Das Gartenreich
Dessau-Wörlitz

Der Gutshof der Fürstlichen Domäne, auch Amtshof oder Ökonomie genannt, wurde 1783-1787 nach Entwürfen von Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff erbaut.

Blick von Osten über das Amtshaus und den Gutshof bis hin zur Kirche St. Petri und Schloss (©KsDW, L. Reimann)

Die Domäne gehört zu den herausragenden Zeugnissen des frühen Klassizismus in Deutschland. Vorbild war die venezianische Villa Emo von Andrea Palladio. Die Anlage war ursprünglich als geschlossener Vierseithof mit Stall- und Scheunenflügeln, zentralem Amtshaus und drei Toranlagen konzipiert. Nach 1945 wurden wesentliche Teile abgetragen. Bis heute prägt die regionaltypische Backsteinarchitektur das Erscheinungsbild und macht die Domäne zu einem wichtigen Orientierungspunkt am östlichen Stadtrand von Wörlitz. Auch in bedeutenden Sichtachsen, etwa von der Insel Stein aus gesehen, entfaltet sie eine besondere Wirkung. Durch den Fürsten Franz als Musterhof gefördert, stellte die Domäne mit ihren landwirtschaftlichen Erfolgen ein wichtiges Element der fürstlichen Wirtschaftspolitik dar. Hier wirkte auch der Kammerdirektor und Domänenpächter Georg Friedrich von Raumer (1755-1822).

Ziel ist es, die ehemalige Fürstliche Domäne Wörlitz wieder zu einem in sich geschlossenen Ensemble zu entwickeln und seinen stadt- und landschaftsprägenden Charakter hervorzuheben. Unter Berücksichtigung seines denkmalpflegerischen Wertes und seiner historischen Bedeutung soll das Areal zu einer Betriebsstätte der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz entwickelt werden.

Förderungen des Landes Sachsen-Anhalt

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Zu diesem Zweck erwarb die Kulturstiftung mit Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt im Jahr 2020 drei zum Verkauf stehende Flurstücke. Die Erstellung eines Bebauungsplanes sowie eine Standortuntersuchung und Machbarkeitsstudie wurden ebenfalls vom Land gefördert wie die erforderlichen Planungsleistungen der Leistungsphasen 1 bis 4 für die Sanierung des westlichen Wirtschaftshofes.

Mit Mitteln der Denkmalpflegförderung war es außerdem möglich, die Hoffläche zu beräumen und von Wildwuchs zu befreien. Gefahr in Verzug bestand bei der westlichen Scheune - einem Originalbauwerk aus der Entstehungszeit der Domäne. Der südliche Teil dieser Scheune war stark durch Einbauten aus der DDR-Zeit geprägt: Eine Getreidetrocknungsanlage, die weit in den Dachraum hineinragte und teilweise darüber hinauskragte sowie eine baufällige überdachte Rampe konnten rückgebaut, die Dachfläche repariert und eine Dekontaminierung durchgeführt werden.

Maßnahmen ab 2026

Dank einer Förderung über 4.000.000,00 EUR aus dem Sondervermögen des Bundes „Infrastruktur" (Infrastruktur-Sondervermögensgesetz-Infra-SVG) konnte ab August 2026 die nächste Entwicklungsphase der Domäne eingeleitet werden. 

Zunächst wird die historische westliche Scheune saniert. Ihr Tragwerk aus dem 19. Jahrhundert soll weitgehend erhalten und aufgearbeitet werden. Das Mauerwerk wird instandgesetzt, der historische Putzgiebel zur Straßenseite wiederhergestellt und die Dachdeckung denkmalgerecht erneuert. Diese Arbeiten haben im August begonnen und sollen bis Ende 2027 umgesetzt sein. Im zweiten Bauabschnitt wird die durch frühere Abrisse entstandene Lücke an der Nordwestecke durch einen Neubau geschlossen. Damit soll der charakteristische Eindruck eines geschlossenen Hofes wiedergewonnen werden.