Gartenreichbrief -
Neues von der Kulturstiftung

Weitere Neuigkeiten haben wir hier "Kurz & Knapp" für Sie zusammengefasst.

Sanierung des Delphinbrunnens im Schlosspark Oranienbaum beendet

Im barocken Gartenparterre des Schlossparks Oranienbaum bildet der Delphinbrunnen einen besonderen Blickfang. In diesem Jahr wurde der Brunnen denkmalgerecht restauriert. Verschmutzungen und biogener Bewuchs wurden schonend entfernt, schadhafte Fugen und ältere Steinergänzungen überarbeitet und gelockerte Bereiche der Brunnenfigur gefestigt. Farbige Retuschen helfen, störende ältere Reparaturen behutsam in das Gesamtbild einzufügen. Auch der stark geschädigte Brunnenboden wurde instandgesetzt. Ziel ist es, die historische Erscheinung zu bewahren und dem Delphinbrunnen wieder ein harmonisches Erscheinungsbild zu geben.

Da die Arbeiten nun zu Ende gehen und der erste Frost vor der Tür steht, wird der Brunnen erst wieder im kommenden Frühjahr sprudeln.

Robert Hartmann, Leiter der Abteilung Baudenkmalpflege

Delphinbrunnen © KsDW, Lars Reimann


Placing China at the Courts of Europe

Dank der niederländischen Prinzessin Henriette Catharina von Oranien-Nassau (1637–1708) und ihres Urenkels Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740–1817), verfügt das Gartenreich über einzigartige Chinoiserien. Bis heute lenken die Ausstattung des Ersten und Zweiten Chinesischen Zimmers in Schloss Wörlitz, im chinesischen Stil gestaltete Räume in Schloss Oranienbaum sowie der dortige englisch-chinesische Garten aus der Zeit um 1800 den Blick und die Gedanken auf den Fernen Osten. Gleichzeitig waren solche Chinoiserien oft ein wichtiges Zeichen fürstlicher Repräsentation.

Im September 2025 untersuchten Fachwissenschaftler im Rahmen der Tagung „Placing China at the Courts of Europe 1700–1800“ in Wörlitz das bislang nur selektiv erforschte Phänomen der Chinoiserie im europäischen Vergleich. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage nach der Bedeutung, die Chinoiserien für die jeweiligen Höfen hatten. Der jetzt vorliegende Tagungsband präsentiert die Ergebnisse in vielen aufschlussreichen Beiträgen – und hilft uns, im wissenschaftlichen Vergleich die Chinoiserien im Gartenreich besser zu verstehen.    

Erhältlich ist das Buch im Shop der Kulturstiftung zum Preis von 39 Euro.

Sprache: Englisch
308 Seiten
ISBN: 978-3-412-53540-7

Anette Froesch, Leiterin der Abteilung Schlösser und Sammlungen


Arbeiten am Rousseau-Denkmal

Auch in diesem Jahr führte die KsDW wieder Pflegemaßnahmen an ihren Parkskulpturen durch. Über den Sommer wurden das Rousseau-Denkmal auf der gleichnamigen Insel am Eingang des Wörlitzer Parks, eine historische Sandsteinbank in Neumarks Garten, der Faunbrunnen sowie zwei barocke Sandsteinvasen im Park Luisium bearbeitet.

Die Rousseau-Insel mit ihrer markanten Pappelbepflanzung wurde vor genau 20 Jahren restauriert. Durch die exponierte Lage entstand starker mikrobieller Bewuchs und hat das Denkmal im Laufe der Zeit grau und unansehnlich erscheinen lassen. Zuletzt beeinträchtigte zudem ein Riss zwischen Vase und Postament die Standsicherheit des Objekts. Neben Maßnahmen zur Stabilisierung sind vor allem eine schonende Reinigung der Oberflächen, der konservatorische Oberflächenverschluss zur Verbesserung des Wasserablaufs sowie, mit Ausnahme der Sandsteinbank, die Erneuerung ihrer Weißfassungen wichtig. Diese Maßnahmen sichern den langfristigen Erhalt der Objekte.

Linda Kühnel, Abteilung Baudenkmalpflege

Während der Arbeiten © KsDW, Linda Kühnel


Neue Azubis in der Abteilung Gärten und Gewässer

Im August haben zwei neue Kollegen ihre Ausbildung als Gärtnerin bzw. Gärtner für Zierpflanzenbau begonnen. In den kommenden drei Jahren werden sie in der Wörlitzer Hofgärtnerei alles rund um die Pflanzenproduktion und -pflege lernen. Zusätzlich werden sie in Oranienbaum in das Spezialgebiet der Pflege von Kübelpflanzen eingeführt.

Im Rahmen einer Kooperation mit der Baumschule und Pflanzencenter Göricke aus Dessau-Waldersee erhalten sie außerdem Einblicke in die Vermarktung von Pflanzen. Ihre überbetriebliche Ausbildung absolvieren die Auszubildenen im Schlosspark Pillnitz.

Nun gilt es, über 300 Pflanzen auswendig zu lernen und zu erkennen und sich das traditionelle Gärtnerhandwerk von der Saatguternte über das Pflanzen bis hin zur Pflege anzueignen.

Die KsDW bildet regelmäßig Gärtnerinnen und Gärtner aus. Auch im nächsten Jahr können sich Interessierte für die Ausbildung bewerten.

 

© KsDW, Lars Reimann


Sanierung der Mauer im Garten der Fürstin

Die historische Mauer um den Garten der Fürstin im Wörlitzer Park erzählt von einer ganz persönlichen Seite des Gartenreichs. Während Fürst Franz den Park der Öffentlichkeit öffnete, bot die Mauer seiner Gemahlin einen geschützten Rückzugsort fern des höfischen Trubels.

Doch der Zahn der Zeit hat der bauzeitlichen Einfriedung zugesetzt. Insbesondere drei zusammenhängende Mauerabschnitte waren stark geneigt und mussten zurückgebaut werden. Mit einem neuem Fundament, sonst aber originalgetreu, wurde die Mauer neu errichtet. Weitere Bereiche, vor allem im Norden, wurden umfassend repariert: Mauerkronen wurden ertüchtigt und Mauerflächen und Pfeiler mit einem neuem Mörtelschlag inkl. einer Profilierung instandgesetzt. So konnte die historische Einfriedung als prägendes Element des Gartens bewahrt werden.

Robert Hartmann, Leiter der Abteilung Baudenkmalpflege

Garten der Fürstin © KsDW, Bildarchiv, Heinz Fräßdorf


Das Gartenreich unterwegs

Sowohl beim Sachsen-Anhalt-Tag in Bernburg als auch beim Hoffnungskulturfest der Landeskirche Anhalts und der Veranstaltung "100 Tische" zum Bauhausjubiläum in Dessau war das Gartenreich Dessau-Wörlitz mit von der Partie. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher informierten sich an den Infoständen über die Schlösser und Gärten, probierten am Glücksrad die Gewinne zu erspielen oder gestalteten Fächer in bunten Farben. Am Tisch des Gartenreichs auf dem Marktplatz konnten Teilnehmende Früchte aus dem nachgebildeten Stillleben von Abraham de Lust probieren.

 

Stabsstelle Kommunikation und Service