Das Gartenreich
Dessau-Wörlitz

Infos

Öffnungszeiten im Rahmen der Schlossführungen
5. Juni bis 30. September: Di–So und Feiertage, 10–17 Uhr
1. bis 18. Oktober: Sa, So und Feiertage, 10–17 Uhr

Eintritt
9 €, ermäßigt 7 € (Kinder bis 16 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen frei)


Die Ausstellung wird von einem vielseitigen Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm begleitet. Neben Führungen und Familienangeboten finden unter anderem Workshops für Kinder, Themenführungen sowie eine interdisziplinäre und international besetzte Podiumsdiskussion „Bauhaus und Gartenreich im Dialog“ mit renommierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Architektur, Design und Kulturjournalismus statt.

 

Dank

Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz bedankt sich für die gute Kooperation und die großzügige Unterstützung dieser Ausstellung beim Land Sachsen-Anhalt und der Hochschule Anhalt.

Mit der Ausstellung „Dialog in Pastell - Wie Schloss Oranienbaum öffentlich wurde und was das Bauhaus damit zu tun hat“ präsentieren wir bis zum 18. Oktober 2026 eine neue Kabinettausstellung in Schloss Oranienbaum.

Im Jahr des Bauhaus-Jubiläums richtet die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz den Blick auf die bislang wenig bekannten Verbindungen zwischen dem Gartenreich und dem Bauhaus Dessau. Schloss Oranienbaum nimmt dabei eine besondere Stellung ein: Bereits ab 1927 wurden ausgewählte Innenräume durch den Bauhausmeister und Farbgestalter Hinnerk Scheper neugestaltet. Die Räume dokumentieren eindrucksvoll die produktiven Wechselwirkungen zwischen Denkmalpflege, Moderne und musealer Präsentation.

Im Zentrum der Ausstellung stehen aktuelle Forschungsergebnisse zur Geschichte der sogenannten „Filialgalerie“ im Schloss Oranienbaum. Anlass der damaligen Neugestaltung war die Verstaatlichung des Schlosses Ende 1926 infolge der Auseinandersetzungen zwischen dem ehemaligen Herzogshaus und dem Freistaat Anhalt. Unter Leitung des Landeskonservators Ludwig Grote (1893–1974) entstand eine neue Präsentation mit Gemälden fürstlicher Provenienz als eine Außenstelle der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau.

Im vergangenen Jahr konnten in fünf Schlossräumen die von Hinnerk Scheper entworfenen historischen Farbfassungen restauriert werden. Umfangreiche Recherchen ermöglichen nun neue Einblicke in die Entstehungsgeschichte dieser Präsentation. Im Mittelpunkt standen dabei bislang wenig ausgewertete Quellen aus dem Nachlass Ludwig Grotes. Die aktuellen Forschungen zeichnen das Bild einer bemerkenswert dynamischen Umgestaltungsphase: Unter Zeitdruck wurden die Räume 1927 für einen hochrangigen politischen Besuch hergerichtet. Mit einer erneuten Hängung im Jahr 1929 versuchte man anschließend, die Präsentation weiter zu optimieren. Die Ausstellung macht diese bislang wenig bekannte Phase der Schlossgeschichte erstmals umfassend sichtbar. 

Ein weiterer Schwerpunkt der Schau ist ein Kooperationsprojekt mit dem Fachbereich Design der Hochschule Anhalt. Unter der Leitung von Professor Nicolai Neubert entwickelten Dessauer Masterstudierende neue Ausstellungsmöbel für die Räume. Die Arbeiten setzen sich gestalterisch mit den unterschiedlichen Zeitschichten des Schlosses auseinander und schlagen eine Brücke zwischen historischem Erbe und zeitgenössischem Design.

Christoph Willmitzer, Abteilung Schlösser und Sammlungen, Nicole Boß, Stabsstelle Kommunikation und Service
Titelmotiv: Büro Funkelbach, (Originale: Nachlass Ludwig Grote ©Doris D´Cruz-Grote, nachkoloriert und Hinnerk Scheper, Bauhaus-Archiv Berlin, Foto: Lucia Moholy ©VG Bild-Kunst, Bonn 2026, nachkoloriert)